LAMP (Loop-mediated isothermal amplification) Geräte | Point-of-Care-Diagnostik

Molekulare Erregerdiagnostik direkt am Patienten – schnell und ohne PCR-Cycler. Auf Diagnoodle finden Sie LAMP Geräte für den POCT-Einsatz, darunter kompakte Einzelproben-Analysatoren, Dock-basierte Systeme und modulare Multi-Proben-Geräte. Vergleichen Sie Geräte und holen Sie unverbindlich Angebote ein.

LAMP in der Point-of-Care-Diagnostik – Grundlagen und klinische Relevanz

Die Loop-mediated Isothermal Amplification (LAMP) ist eine molekularbiologische Nachweismethode, die DNA oder RNA bei konstanter Temperatur, typischerweise zwischen 60 und 65 °C, amplifiziert. Anders als die klassische PCR benötigt LAMP keinen Thermocycler mit wechselnden Temperaturstufen. Das macht LAMP Geräte besonders geeignet für den dezentralen Einsatz: direkt in der Arztpraxis, Ambulanz, Notaufnahme oder auf Station.

Klinisch relevant ist die isothermale Amplifikation vor allem in der Infektionsdiagnostik. Typische Einsatzgebiete sind der Nachweis von Atemwegserregern (darunter Influenza, RSV und SARS-CoV-2), sexuell übertragbaren Infektionen sowie gastrointestinalen Erregern. Viele LAMP-Systeme für den POCT-Bereich unterstützen auch RT-LAMP – also den direkten Nachweis von RNA-Viren in einem einzigen Reaktionsansatz ohne separaten Extraktionsschritt. Ein weiterer Vorteil gegenüber der PCR: LAMP reagiert robuster auf biologische Matrixbestandteile wie Blut oder Mukus, was die Probenvorbehandlung vereinfacht und die Fehlerquote im Praxisalltag reduziert.
 

Kompakte Einzelproben-Analysatoren

Kompakte LAMP-Analysatoren für Einzelproben sind auf maximale Einfachheit und Schnelligkeit ausgelegt. Sie verarbeiten in der Regel eine Probe pro Lauf und liefern qualitative Ergebnisse (positiv oder negativ) meist innerhalb von 5 bis 15 Minuten. Die Bedienung erfolgt über wenige Bedienschritte, oft mit Kassettenformat, das eine Kontamination des Geräts durch Proben verhindert.

Diese Geräteklasse ist besonders geeignet für Einrichtungen mit hohem Patientenaufkommen, bei denen schnelle Einzelentscheidungen im Vordergrund stehen, wie z.B. in Hausarztpraxen, HNO-Praxen, gynäkologischen Praxen oder Notaufnahmen. Da keine molekularbiologische Fachausbildung für die Bedienung notwendig ist, lassen sich diese Geräte unmittelbar ins Praxispersonal integrieren. Bei der Auswahl relevanter POCT-Kriterien sind neben der Time-to-Result vor allem das Erregerspektrum der verfügbaren Testkassetten, sowie Wartungsaufwand und Verbrauchsmaterialkosten pro Test entscheidend.
 

Dock-basierte LAMP-Systeme

Dock-basierte LAMP-Systeme trennen die Analysefunktion von der Probe: Eine Basisstation (Dock) nimmt wechselbare Module oder Kassetten auf und übernimmt Temperatursteuerung sowie Detektion. Das Prinzip ermöglicht eine flexible Nutzung – je nach Bedarf als Einzelproben- oder Mehrprobengerät, ohne das Grundsystem austauschen zu müssen. Im POCT-Umfeld bieten Dock-Systeme einen praktischen Kompromiss zwischen Portabilität und Kapazität. Die Basisstation kann stationär betrieben werden, während die Module einfach ausgetauscht oder erweitert werden. Das ist besonders interessant für Einrichtungen, die ihren Probendurchsatz schrittweise anpassen möchten, ohne von Anfang an in ein größeres System investieren zu müssen.

Für die isothermale Amplifikation in der Infektionsdiagnostik eignen sich Dock-Systeme sowohl für DNA- als auch für RNA-Targets (RT-LAMP), sofern die eingesetzten Kassetten entsprechend ausgelegt sind. Zu beachten ist die Kompatibilität zwischen Dock-Plattform und verfügbarem Testmenü des jeweiligen Herstellers.
 

Modulare Multi-Proben-Systeme

Modulare LAMP-Systeme erlauben den simultanen Betrieb mehrerer unabhängiger Reaktionskammern – typischerweise in Konfigurationen mit 4, 8 oder 16 Modulen. Jedes Modul kann dabei unabhängig gestartet und ausgewertet werden, was einen kontinuierlichen, nicht synchronisierten Probenbetrieb ermöglicht: Proben müssen nicht auf einen Batch warten, sondern werden unmittelbar nach Einlegen gestartet.

Für Einrichtungen mit mittlerem bis hohem Probendurchsatz, wie z.B. in Kliniklabore ohne Großgeräteinfrastruktur, Infektionsambulanzen oder MVZs mit mehreren Fachdisziplinen, bieten modulare Systeme eine skalierbare Lösung. Die Kapazität lässt sich durch die Wahl der Modulzahl an das tatsächliche Probenvolumen anpassen, was die Investitionskosten im Vergleich zu vollautomatisierten Laborplattformen deutlich reduziert.

Da bei diesen Geräten mehrere Erreger oder Probentypen parallel bearbeitet werden, spielt die Übersichtlichkeit der Ergebnisdarstellung und eine mögliche LIS-Anbindung in der Praxis eine wichtige Rolle. Auch die Frage, ob das Gerät Multiplexing, also den gleichzeitigen Nachweis mehrerer Targets in einer Probe, unterstützt, ist für die syndromische Diagnostik zunehmend relevant.
 

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