
UC-1100
Halbautomatisierter Urinteststreifen-Reader
Der Sysmex UC-1100 ist der direkte Nachfolger des UC-1000 und ein halbautomatisiertes Urinanalysegerät für die standardisierte Auswertung von Urinteststreifen in Laboren, Arztpraxen und Point-of-Care-Umgebungen. Das Gerät wertet Urinteststreifen mittels Reflexionsphotometrie aus und übernimmt dabei Erfassung, Berechnung und Speicherung der gemessenen Parameter wie Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose und spezifisches Gewicht. Eingesetzt wird der UC-1100 vor allem in Arztpraxen, Ambulanzen und Kliniken für Routine-Harnanalysen sowie für die Früherkennung chronischer Nierenerkrankungen über den Albumin-Kreatinin-Quotienten. Gegenüber dem UC-1000 wurden insbesondere Bedienoberfläche, Speicherkapazität, IT-Anbindung und Benutzerverwaltung weiterentwickelt. Der UC-1100 gehört zur Kategorie: Urinanalysegeräte.
Produktbeschreibung
Funktionsweise
Bei der Analyse liest der UC-1100 die Farbveränderungen der Reaktionsfelder eines aufgelegten Urinteststreifens optisch aus und wertet sie computergestützt mittels Mehrwellenlängen-Reflexionsphotometrie aus, dasselbe Grundprinzip, das auch beim Vorgängermodell UC-1100 zum Einsatz kommt und in unabhängigen Studien beschrieben wurde. Eine CMOS-Kamera erfasst die Farbreaktion als Bild, sodass das Ergebnis nicht von der subjektiven visuellen Ablesung durch das Praxispersonal abhängt; die Bilddateien werden gespeichert und können bei Bedarf später erneut aufgerufen werden. Bei Verwendung der albumin- und kreatininhaltigen Teststreifenvariante berechnet das System automatisch die Albumin-Kreatinin-Ratio (ACR) sowie die Protein-Kreatinin-Ratio (PCR). Das Ergebnis liegt nach weniger als einer Minute vor und kann über die erweiterten Schnittstellen des UC-1100, darunter eine bidirektionale LAN-Verbindung, an Labor- oder Praxis-IT-Systeme übertragen werden. Bis zu 10.000 Ergebnisse lassen sich im Gerät speichern.
Anwendungsbereiche
Das UC-1100 kommt (wie sein Vorgängermodell )in unterschiedlichen ambulanten und klinischen Versorgungsbereichen zum Einsatz, in denen Urinbefunde direkt am Behandlungsort benötigt werden:
- Allgemeinmedizinische und internistische Praxen für die Routine-Harnanalyse
- Urologie und Nephrologie für Albumin-, Protein- und Kreatinin-Screenings
- Diabetesversorgung zur Früherkennung diabetesbedingter Nierenschäden
- Notaufnahmen und Ambulanzen zur orientierenden Einschätzung akuter Beschwerden
- Pflegeeinrichtungen für schnelle Entscheidungsunterstützung ohne komplexe Laborausstattung
- Kliniklaboratorien als Backup- oder Ergänzungssystem in der Urinanalytik
- Abklärung von Harnwegsinfektionen anhand von Leukozyten-, Nitrit- und Erythrozytenwerten
- Verlaufskontrolle metabolischer Parameter wie Glukose und Ketonkörper
- Laborumgebungen mit mehreren Anwendern, die von der erweiterten Benutzerverwaltung und LIS-Anbindung profitieren
Vorteile
- Halbautomatisierte und standardisierte Auswertung von Urinteststreifen
- Analysezeit von weniger als einer Minute pro Probe
- Kombinierte Albumin/Kreatinin-Messung mit automatischer ACR- und PCR-Berechnung
- Vergrößerter 7-Zoll-Touchscreen für die tägliche Bedienung
- Verdoppelte interne Speicherkapazität (bis zu 10.000 Ergebnisse)
- Erweiterte Konnektivität inkl. bidirektionaler LAN-Kommunikation zur LIS-Anbindung
- Benutzerverwaltung für bis zu 100 Anwender mit individueller Identifikation und optionalem Barcode-Login
- Dokumentation von Reagenzienchargen für verbesserte Rückverfolgbarkeit
- Flexibel einsetzbar als Stand-alone-System, Backup für den UC-3500 oder Teil einer UN-Automationslösung
Wie gut ist der UC-1100? Performance auf einen Blick
Da der UC-1100 erst kürzlich eingeführt wurde, liegen noch keine gerätespezifischen Studien vor. Eine südafrikanische Studie hat jedoch die diagnostische Genauigkeit des semiquantitativen Point-of-Care-Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) mit dem Sysmex UC-1000, das auf derselben Mehrwellenlängen-Reflexionsphotometrie basiert, in einer ressourcenarmen Primärversorgungsumgebung untersucht. In die Untersuchung wurden 700 Teilnehmende aus einer ländlichen Region Südafrikas eingeschlossen; die Prävalenz von Albuminurie lag bei 11,6 %.
Der POC-ACR-Test erreichte gegenüber der laborbasierten Referenzmethode eine Sensitivität von 0,79, eine Spezifität von 0,84, einen positiven Vorhersagewert von 0,39 und einen negativen Vorhersagewert von 0,97. Bei Personen mit erhöhtem Blutdruck, Diabetes mellitus, HIV-Infektion oder einem Alter ab 65 Jahren fiel die diagnostische Leistung noch etwas besser aus. Neben der Albuminurie wurden bei rund einem Drittel der Proben weitere Auffälligkeiten erfasst, darunter Hämaturie, Leukozyturie, Nitritnachweis und Glukosurie. Die Studienautoren leiten daraus ab, dass sich der Test aufgrund seines hohen negativen Vorhersagewerts gut zum Ausschluss einer Albuminurie im Rahmen eines CKD-Screenings eignet, während ein auffälliges Ergebnis aufgrund des moderaten positiven Vorhersagewerts im Zentrallabor bestätigt werden sollte.
➜ Alle Studien mit Quellen finden Sie weiter unten im Abschnitt „Studien & Produktdokumente".
Parameterübersicht
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