
i-STAT 1
Mobiles Multiparameter-System für die patientennahe Blutanalyse
Der i-STAT 1 von Abbott ist ein tragbares Multiparameter-Analysegerät für die patientennahe Blutdiagnostik (Point-of-Care-Testing). Das System arbeitet mit Einweg-Testkartuschen, die je nach Modell eine spezifische Kombination aus Biosensoren enthalten und so unterschiedliche Parametergruppen wie Blutgase, Elektrolyte, klinische Chemie, Gerinnung, Hämatologie und Herzmarker abdecken. Eingesetzt wird das Gerät vor allem in Notaufnahmen, auf Intensivstationen, im OP-Bereich und im Rettungsdienst, wo diagnostische Ergebnisse unmittelbar am Behandlungsort benötigt werden. Unabhängige Studien zeigen für Parameter wie Kreatinin, hCG und Laktat überwiegend eine gute Übereinstimmung mit Labormethoden. Der i-STAT 1 gehört zur Kategorie: Multiparameter-Geräte. Das Nachfolgemodell ist der i-STAT Alinity, der auf derselben Systemtechnologie aufbaut.
Produktbeschreibung
Funktionsweise
Jede i-STAT-Testkartusche ist mit elektrochemischen Biosensoren ausgestattet, die auf die jeweiligen Zielparameter kalibriert sind. Je nach Kartusche werden zwischen 17 und 95 µl Vollblut benötigt; das Ergebnis liegt – abhängig vom Test – nach etwa 120 bis 600 Sekunden vor. Die Bedienung erfolgt menügeführt in wenigen Arbeitsschritten, sodass die Tests auch von Personal ohne laboranalytische Spezialausbildung durchgeführt werden können. Laut Herstellerangaben lässt sich das Gerät über HL7 oder LAN an Datenmanagementsysteme wie AegisPOC anbinden, wodurch Messwerte in bestehende Labor- oder Krankenhausinformationssysteme übertragen werden können.
Anwendungsbereiche
Das i-STAT 1 kommt in klinischen Bereichen zum Einsatz, in denen Laborwerte unmittelbar für therapeutische oder diagnostische Entscheidungen benötigt werden:
- Notaufnahmen zur schnellen Einschätzung kritischer Patienten
- Intensivstationen für Blutgas- und Elektrolytanalysen direkt am Patientenbett
- OP- und perioperative Bereiche zur Überwachung metabolischer und respiratorischer Parameter
- Rettungsdienst und präklinische Versorgung
- Stationen ohne unmittelbaren Laborzugang
- Zeitkritische Gerinnungsdiagnostik
Häufig genannte klinische Anwendungen sind die Laktatmessung bei Verdacht auf Sepsis oder Schock, die Blutgasanalyse zur respiratorischen Beurteilung, die Elektrolytüberwachung unter laufender Therapie sowie die Bestimmung von Herzmarkern und Gerinnungsparametern.
Vorteile
- Geführter, menübasierter Testablauf mit kalibrierten Einweg-Kartuschen für unterschiedliche Parametergruppen
- Probenvolumen je Kartusche zwischen 17 und 95 µl Vollblut
- Ergebnisse je nach Testkartusche nach etwa 120 bis 600 Sekunden
- Gerätegewicht von 0,65 kg für den mobilen Einsatz am Patientenbett
- Mehr als 15 unterschiedliche Testkartuschen für verschiedene diagnostische Fragestellungen
- Anbindung an Datenmanagementsysteme über HL7 und LAN
- Batteriebetrieb, unabhängig von fester Laborinfrastruktur
Wie gut ist das i-STAT 1? Performance auf einen Blick
Mehrere unabhängige Studien haben Messwerte des i-STAT 1 mit Laborwerten und anderen Geräten verglichen. Insgesamt zeigt sich eine überwiegend zuverlässige Performance – bei einzelnen Parametern ist jedoch gerätespezifische Vorsicht geboten.
Bei Kreatinin stimmten die Werte gut mit dem Labor überein; in der Notaufnahme zeigte die Bestimmung aus Kapillarblut (Fingerblut) eine starke Übereinstimmung. Bei der hCG-Bestimmung waren die Ergebnisse des i-STAT 1 klinisch konkordant mit der Labormethode und für die Praxis grundsätzlich verifiziert, wobei größere Studien empfohlen werden. Bei Laktat lieferte das Gerät verlässliche, mit Vergleichsgeräten eng korrelierende Werte; Werte über 8 mmol/L sollten jedoch vorsichtig interpretiert werden.
Bei Hämatokrit und Hämoglobin liegt das i-STAT 1 nahe an Referenz- und Vergleichsmethoden. In Studien zu chirurgischen Bluttransfusionen erreichte allerdings keines der getesteten Point-of-Care-Geräte die vorab festgelegte Übereinstimmungsgrenze – die Werte sollten daher mit Bedacht interpretiert werden.
Bei der Gerinnungsmessung (ACT) liefert das i-STAT 1 gut reproduzierbare Ergebnisse, erfordert aber einen gerätespezifischen Zielbereich; ACT-Werte verschiedener Plattformen sind nicht direkt austauschbar.
Beim Troponin ist zu unterscheiden: Für Point-of-Care-Troponintests insgesamt ist die Spezifität hoch (~90 %), die Sensitivität jedoch begrenzt. Der ältere (kontemporäre) i-STAT-Troponin-I-Test stimmte nur bei Messung innerhalb von zwei Stunden mit dem Labor überein. Der neuere hochsensitive Assay (hs-TnI) zeigte dagegen eine mit zentralen Laborassays vergleichbare Leistung und ermöglichte über ein 0/2-Stunden-Protokoll eine sichere Risikoeinstufung. Bei widersprüchlichen Befunden bleibt wegen möglicher falsch-positiver Ergebnisse Wachsamkeit wichtig.
Bei BNP maß das i-STAT 1 deutlich höhere Werte als das Laborgerät (starker positiver Bias); beide Methoden sollten nicht austauschbar verwendet werden.
Bei der Glukosemessung kann das Gerät laborbasierte Goldstandards bei speziellen Diagnosen wie Gestationsdiabetes nicht ersetzen; für die GDM-Diagnostik bleibt die laborbasierte Messung maßgeblich.
Als Einflussfaktoren sind dokumentiert: eine Wechselwirkung mit hochdosiertem Vitamin C, die zu falsch erhöhten Laktatwerten führen kann, sowie eine Wechselwirkung mit Hydroxyurea bei der Kreatininmessung bei Sichelzellanämie.
➜ Alle Studien mit Quellen finden Sie weiter unten im Abschnitt „Studien & Produktdokumente".
Parameterübersicht
Es ist möglich, dass bestimmte berechnete Parameter nicht angegeben sind.
Testübersicht (15)
ACTc
ACTk
beta-hCG
CG4+
Berechnete Parameter: TCO2, HCO3, Base Excess, sO2.
CG8+
Berechnete Parameter: TCO2, HCO3, Base Excess, sO2, Hämoglobin.
Chem8+
Produktparameter: Kohlendioxid (TCO2) | Berechnete Parameter: Anionenlücke, Hämoglobin (Hgb).
Crea
cTnI
EC8+
Berechnete Parameter: TCO2, HCO3, Base Excess, sO2, Hämoglobin.
EG7+
Berechnete Parameter: TCO2, HCO3, Base Excess, sO2, Hämoglobin.
G
G3+
Berechnete Parameter: TCO2, HCO3, Base Excess, sO2.





